Keine Angst vor Adoption wilder/ scheuer Katzen!

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Beitrag Mo 10. Nov 2008, 13:32

Keine Angst vor Adoption wilder/ scheuer Katzen!

Keine Angst vor Adoption scheuer bzw. verwilderter Katzen!

Die meisten Menschen möchten eine Katze adoptieren, die sofort zutraulich und anschmiegsam ist. Allerdings rennen die wenigsten Katzen unbefangen auf wildfremde Menschen zu - was übrigens bei Freigängern auch gar nicht wünschenswert wäre!

Und ganz und gar abwegig erscheint es vielen Menschen, daß eine sehr scheue oder gar wild aufgewachsene Katze ein angenehmes, zahmes Familienmitglied werden könnte.

Doch wenn Sie die folgenden Beiträge lesen, werden Sie erfahren, daß gerade die einst menschenscheuen Wildlinge zutrauliche und menschenbezogene Haustiere werden können, wenn man ihnen nur genug Zeit läßt und ihnen mit viel Geduld und ohne Erwartungen begegnet. Weniger ist mehr! Dann sind erfahrungsgemäß auch sehr scheue Katzen in erstaunlich kurzer Zeit bereit, ihre Bedenken über Bord zu werfen und sich ganz auf ihren geduldigen Menschen einzulassen.

Die ersten Wochen oder gar Monate muß man so ein schüchternes Wesen natürlich ausschließlich in der Wohnung halten (unbedingt mit Katzengesellschaft!), bis es zutraulich geworden ist und sich zugehörig fühlt. Doch dann braucht es auch wieder den Freigang in Hof und Garten. Wenn Sie sich zutrauen, eine unbestimmte Zeit (irgendwo zwischen 10 Tage und 10 Wochen!) Geduld aufzubringen ohne Ihre/n neuen Mitbewohner zu bedrängen, melden Sie sich!

Als "Lohn" wartet ein unbeschreibliches Gefühl des Stolzes und der Rührung, wenn sich die Katze iiirgendwann erstmals aus ihrem Versteck traut oder sich ganz behutsam berühren, später sogar streicheln läßt und eines schönen Tages behaglich schnurrt...

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Sabine

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Beitrag Mo 10. Nov 2008, 19:24

NANNI - nach der Auswilderung eingezogen

NANNI - nach der Auswilderung eingezogen

Diesen Beitrag schreibe ich zum Mutmachen für alle, die vielleicht einer scheuen Katze eine Chance geben würden, aber sich bislang noch nicht so richtig trau(t)en.

Im Juni 2006 habe ich zwei halbwilde Katzenmamas mit Babies in Pflege genommen, damit sie ihre Babies hier aufziehen und danach kastriert und wieder ausgewildert werden können. Bis dahin hatten sie sich regelmäßig am anderen Ende des Dorfes von einem Tierfreund füttern aber keinesfalls anfassen lassen. Auch die Gefangenschaft fanden sie echt :evil: - ich mußte schon aufpassen, daß ich die Damen füttern durfte ohne Kratzspuren davonzutragen.

Nach 6 Wochen wurden die Babies eins nach dem anderen vermittelt, dann ließ ich die beiden Kratzbürsten kastrieren, tätowieren, impfen etc. und brachte sie an ihren Herkunftsort zurück, wo sie für einige Tage eingesperrt blieben, damit der Bauchschnitt sauber heilen konnte.

Etwa 1 Woche später fütterte ich frühmorgens auf dem Treppenabsatz vor meiner Haustüre noch etwas schlaftrunken meine 7 Katzen und registrierte verblüfft statt meiner 2 plötzlich 3 Grautiger! Nachdem ich mir den Schlaf aus den Augen gerieben hatte, kam mir die Katze recht bekannt vor, und sie hatte noch verräterisch grüne Ohren! Da war das kleine, wochenlang fauchende Mistbiest tatsächlich nach ihrer Freilassung schnurstracks aufgebrochen und an den Ort ihrer Gefangenschaft zurückgekehrt - und das obwohl ich auch zwei große Hunde habe! Ich fühlte mich durchaus geschmeichelt und fügte mich in Nannis Entscheidung.

Nun ist sie also seit ca. 1 Monat hier, zu jeder Mahlzeit (bzw. dem Geräusch von TroFu oder ploppenden Dosen) eilt sie herbei. Offenbar hat sie sich in meinem Keller und dem Holzschuppen wohnlich eingerichtet. Ich habe ein Metall-Kindergitter in der Haustür, damit die Hunde nicht ein- und ausgehen können wie sie wollen. Nanni hatte flugs gelernt, daß ich ihr nicht zu nahe kommen kann, wenn das Gitter "Klack" zugeschnappt ist. Anfangs flitzte sie die Treppenstufen sofort wieder runter, wenn ich das Gitter öffnete. Wenige Tage später durfte ich schon neben ihr stehen, während sie futterte, dann durfte ich auch mal auf der Haustürstufe sitzen, wenn ich mich nicht hastig bewegte.

Als ich sie das erste Mal anfaßte, suchte sie sofort das Weite, doch mit meinen Katzen schmuste sie inzwischen. Ohne sie zu bedrängen, berührte ich sie einfach beim Füttern immer mal wieder am Rücken, und irgendwann merkte sie erschrocken, daß es ihr gefiel :lol:. Zwar sah sie sich manchmal drohend nach meiner Hand um oder hob auch mal die Pfote ("Gleich gibt's Kloppe"); dann zog ich mich sofort zurück - bis zur nächsten Fütterung...

Nach 3 Wochen blieb ich vor Verblüffung wie angewurzelt stehen, als ich mit dem Auto in den Hof gefahren war und nicht nur (wie gewohnt) von Nelly, Finn & Mikesh abgeholt wurde, sondern auch von Nanni, die mir freudig entgegeneilte! Vor 2 Tagen stellte ich das Futter abends statt vor die Haustüre einfach mal bei offener Tür ins Haus hinein. Und sie traute sich!!! Während 2 x 30 kg Hund in 2 Meter Entfernung zuschauten, schlug Nani sich ungerührt den Bauch voll. Inzwischen - nur weitere 2 Tage später! - darf ich sie beim Füttern anfassen und kräftig streicheln und massieren, und sie schnurrt sich den Wolf Bild.

Da ich mich auch in Zukunft nach Nannis Mut und Tempo richten werde und ohne Erwartungen gelassen zuschaue, wie ihr Vertrauen wächst und sie mir freiwillig immer näher kommt, wird es wohl nicht mehr allzu lange dauern (Hauptsache vorm Winter!), bis sie ins Haus einzieht und auch das restliche Mißtrauen verliert.

Also Leute, traut Euch! Was soll schon Schlimmes passieren?

Liebe Grüße,
Sabine

Verfasst am: 31.Aug.06 für "Notfallkatzen.de"


Nachtrag Nov.08: Nanni wurde später von einem mutigen Katzenfreund "gefangen genommen" und mit einer ebenfalls (nicht ganz so) scheuen Mitkatze erstmals an eine Wohnung gewöhnt. Zwar war der Futternapf regelmäßig leer und das Katzenklo regelmäßig voll, aber es dauerte Wochen, bis der Wohnungsinhaber Nanni das erste Mal ungetarnt zu Gesicht bekam. Nach weiteren Wochen saß sie auf seiner Bettkante und beobachtete ihn beim Schlafen. Als sie endlich zutraulich genug war, daß man an Freigang denken konnte, hatte Nanni dazu gar keine Lust: Sie saß tagelang in der offenen Terrassentür und verzichtete sicherheitshalber darauf die gemütliche Wohnung zu verlassen. Erst als sie begriffen hatte, daß sie jederzeit wieder Einlaß findet, traute sie sich in den Garten und ist inzwischen längst eine "ganz normale" Freigängerin geworden!


© Sabine Roskoss
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Liebe Grüße,
Sabine

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Sabine

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Beitrag Mo 10. Nov 2008, 19:33

Menschenscheue Wildlebende wurde Schmusekatze

Menschenscheue Wildlebende wurde Schmusekatze

Ein besonders bezauberndes Beispiel für die Zähmung einer "Widerspenstigen" ist die Geschichte der
verspielten Schmusekatze SAMANTHA Bild


Endlich - nach über 1¼ Jahr - hat SAMANTHA, diese besondere Schönheit, am 01.01.09 ein wunderschönes Zuhause für immer gefunden - mit Freigangmöglichkeit am Ortsrand, Kuschelsofa vorm Holzofen und sogar zusammen mit einem Gefährten, unserem roten NEO!
So fängt das Neue Jahr 2009 perfekt an! Bild

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Was für eine Katze!!! Sie war unsere Heldin des Jahres 2007! Denn nachdem wir die damals absolut menschenscheue Wilde eingefangen und kastriert hatten, adoptierte sie bereitwillig einen Sechserwurf winziger Katzenbabies, deren Mama zu Tode gekommen war, und half so entscheidend ihnen das Leben zu retten. Geduldig nahm sie ihre Gefangenschaft hin, kümmerte sich liebevoll um den adoptierten (längst vermittelten) Nachwuchs und wurde im Laufe eines halben Jahres sogar selbst ganz zahm und zutraulich!

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Sie ist nun anhänglich und sehr verspielt, schläft im Bett des Pflegepapis und folgt ihm ergeben auf dem Fuße! Samantha "spricht" angeregt mit ihrer Bezugsperson, läßt sich gerne streicheln und kraulen (jedoch noch sehr ungern hochnehmen) und hat sogar das Spielen für sich entdeckt Bild. Man braucht nur einen langen Schnürsenkel oder - wenn es mal Luxus sein soll - eine Katzenangel mit Plüschmäuschen, um diese Katze glücklich zu machen und zu akrobatischen Sprungmanövern zu animieren. Dabei kann sie in höchster Verzückung alles andere rings umher völlig vergessen.

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Da die junge, ehemals wildlebende Samantha schon so lange (1¼ Jahr!) auf ein neues Zuhause wartete, durfte sie ab Frühsommer 08 in der Pflegestelle Freigang haben. Dabei hielt sie sich fast immer in unmittelbarer Rufweite auf - als ob sie fürchtete, sie müsse sich sonst wieder alleine durchschlagen. Meist saß sie einfach nur in der offenen Tür (siehe Foto unten) und beobachtete interessiert das Treiben in der Umgebung.

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Wir wünschten uns für diese Schönheit mit dem seltenen, kaum gemusterten beige-farbenen Puma-Fell (golden tabby/ tickled) dringend ein liebevolles neues Zuhause, gerne als Zweitkatze, wo sie gegen Kost und Logie das Leben eines Sofabesitzers bereichern darf ... Ein Sofa o.ä. ist wichtig, damit dieses bezaubernde Wesen in cooler Lieblingspose auf der Rückenlehne liegen und den "Arm baumeln" lassen kann. Samantha wartete in einer Pflegestelle in Schotten auf ihr neues Herrchen.

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Liebe Grüße,
Sabine

Wat? Dat gifft dat nich? Dooch, dat gifft dat!

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Sabine

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Beitrag Mi 22. Aug 2012, 20:14

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Sabine

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